In Interface bewegen sich amorph körperliche Formen in rot, schwarz und weiß. Die Kamera bleibt statisch. Mit der Bewegung der Formen weg von der Kamera, erkennt man eine Hand, die einen Spiegel hält, in dem sich das Gesicht der Protagonisten zeigt. Sie hat den Mund offen zu einem stummen Schrei, gewinnt bis zum Ende des Videos Distanz zur Kamera und zu sich selbst. Es geht darum, sich selbst zu lieben und im Kontext des Alltags etwas distanzierter zu sehen. Sie ist auch die jenige, die sich hinter der Kamera befindet. Auf dem Spiegel ist ein Lippenstiftabdruck. Einzelbilder zeigen Verletzungen, stören den ruhigen Fluss der Distanzierung und werden von Knacksgeräuschen begleitet.

Es geht um das Nach-innen-hören. Alles was man herstellen kann, sind Berührungsflächen (Interfaces) zwischen dem Innen und dem Außen. Sichtbar werden diese hier durch den Hauch des Atems zu Beginn des Videos. Der Atem ist hier die unmittelbarste und intimste Möglichkeit aus sich heraus zu treten. Alte Verletzungen begleiten einen im Prozess, sind Wegbegleiter ein Leben lang.

Der Ton besteht aus einem manipulierten Geräusch des Atmens. Ein plötzlicher Brummgesang gibt eine Idee von dem, was noch kommen könnte. Verschiedensprachiges und unverständliches Flüstern schafft Raum für Privates.

Dieses Video ist im Rahmen der Ausstellung Werkstatt im Ausstellungsraum des Kunstgeschichteinstituts der Universität Innsbruck entstanden.

Video, 5'15", ohne Text, Farbe © 2005
Ton Markus Reuter

This video was created within the exhibition project called Werkstatt (work shop) at the University of Innsbruck (Austria).

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     Interface, Videostill © 2005 
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     Interface, Videostill © 2005